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Peter Lehmann
Der moderne Elektroschock. Wirkungsweise,
Risiken, Schäden, Alternativen
Wuppertal
& Lancaster: Antipsychiatrieverlag · in Vorbereitung für
Frühjahr 2027
Gedruckte Buchausgabe · ca. € 24.90 ·
ISBN 978-3-910546-27-1
PDF eBook · ca. € 19.99 · ISBN
978-3-910546-28-8
ePUB eBook · ca. € 19.99 · ISBN
978-3-910546-29-5
MobiPocket / Kindle eBook · ca. € 19.99 · ISBN
978-3-910546-30-1
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Über das Buch
Wer sich eine eigene Meinung zu Elektroschocks (auch Elektrokonvulsionstherapie,
Elektrokrampftherapie oder EKT genannt) bilden will, sollte dieses Buch
lesen. Es bietet verständliche und wissenschaftlich belegte Informationen
über die modernen Varianten des Elektroschocks, seine Wirkungsweise,
Risiken, Schäden und Alternativen.
Besonders häufig setzen psychiatrisch Tätige bei Frauen und
älteren Menschen Serien von Stromstößen gegen das Gehirn
ein. Mit den dadurch ausgelösten epileptischen Krampfanfällen
sollen psychische Probleme behandelt werden. Man greift auch deshalb verstärkt
auf den Elektroschock zurück, weil sich bei immer mehr Menschen eine
Behandlungsresistenz gegenüber Antidepressiva und Neuroleptika bildet.
Dabei ist diese Behandlungsmethode mit ihren von Herstellerfirmen sowie
von Betroffenen gemeldeten Risiken und Schäden, insbesondere »verheerenden
kognitiven Folgen« und bleibenden Gedächtnisschäden, hoch
umstritten.
Aktuell will die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie,
Psychotherapie und Psychosomatik e.V. (DGPPN), der Interessenverein der
Psychiaterschaft, das Recht auf Verabreichung von Elektroschocks gegen
den Willen von Betroffenen durchsetzen einschließlich sogenannte
Erhaltungs-EKT, das heißt alle paar Wochen nach der Klinikentlassung
einen Elektroschock. Parallel dazu wertschätzt die Deutsche Gesellschaft
für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP), der Interessenverein sozialpsychiatrisch
Tätiger, gar Hochdosis-Elektroschocks. In anderen Worten: Über
kurz oder lang werden hierzulande Elektroschocks unter den gleichen Bedingungen
wie Antidepressiva und Neuroleptika verabreicht werden: zwangsweise und
mit betreuungsrechtlicher Bevormundung. Informieren und schützen
Sie sich rechtzeitig!
Inhaltsverzeichnis
Haftungsausschluss
Einleitung
Der Elektroschock
- Wirkprinzip
- Indikationen
- Psychiatrische Indikationen
- Neurologische und weitere körpermedizinische Indikationen
- Kontraindikationen
- Technik
- Strom
- Elektrodenplatzierung
- Modifizierte Elektroschocks
- Der epileptische Krampfanfall als unerlässliche Bedingung
- Elektroschock, Frauen und ältere Menschen
- Unerwünschte Wirkungen
- Kognitive Schäden
- Gedächtnisverlust
- Status epilepticus
- Chronische und lebensgefährliche Schäden
- Schwangerschaftsrisiken & -schäden
- Veränderungen im Gehirn
- Dankbare und undankbare Betroffene
- Positive Berichte
- Negative Berichte
- Erwünschte Veränderungen im Gehirn
- Aufklärung über Risiken & Schäden
Alternativen zu Elektroschocks
- Alternativen bei schweren Depressionen
- Selbsthilfemaßnahmen
- Psychotherapeutische Methoden
- Sozialpsychologische Maßnahmen und risikoarme Methoden
- Hausärztliche Methoden und Maßnahmen
- Weitere Antidepressiva
- Zusätzliches Lithium
- Zusätzliche Schmerz- und Betäubungsmittel: Esketamin,
Ketamin
- Zusätzliche strombasierte Verfahren
- Transkranielle elektrische Stimulation
- Transkranielle Gleichstromstimulation
- Transkranielle Wechselstromstimulation
- Theta-Burst-Stimulation
- Intermittierende Theta-Burst-Stimulation
- Beschleunigte intermittierende Theta-Burst-Stimulation
- Kontinuierliche Theta-Burst-Stimulation
- Transkranielle Magnetstimulation
- Repetitive transkranielle Magnetstimulation
- Beschleunigte repetitive transkranielle Magnetstimulation
- Vagusnervstimulation
- Transkutane Vagusnervstimulation
- Zusätzliche Scheinbehandlung
- Gentherapeutische Verfahren
- Alternativen für gegenüber Antidepressiva behandlungsresistent
gewordene Menschen
- Selbsthilfemaßnahmen
- Psychotherapeutische Methoden
- Sozialpsychologische Maßnahmen und risikoarme Methoden
- Hausärztliche Methoden und Maßnahmen
- Wirkungsverstärkung durch zusätzliche Psychopharmaka
und andere psychotrope Substanzen
- Psychopharmaka: Neuroleptika, weitere Antidepressiva, Lithium,
Scopolamin
- Schmerz- und Betäubungsmittel: Esketamin, Ketamin, Lachgas,
Propofol
- Halluzinogene: Psilocybin, Dimethyltryptamin, LSD, Ayahuasca,
MDMA, Mescalin
- Zusätzliche sonstige Medikamente: Pramipexol, Amantadin...
- Zusätzliche strombasierte Verfahren
- Intermittierende, beschleunigte intermittierende und kontinuierliche
Theta-Burst-Stimulation
- Repetitive und beschleunigte repetitive transkranielle Magnetstimulation
- Magnetische Krampftherapie
- Vagusnervstimulation
- Transkutane Vagusnervstimulation
- Tiefe Hirnstimulation
- Alternativen bei ernsten Diagnosen aus dem schizophrenen Formenkreis
- Selbsthilfemaßnahmen
- Psychotherapeutische Methoden
- Sozialpsychologische Maßnahmen und risikoarme Methoden
- Hausärztliche Methoden und Maßnahmen
- Zusätzliche strombasierte Verfahren
- Transkranielle Wechselstromstimulation
- Intermittierende und beschleunigte intermittierende Theta-Burst-Stimulation
- Gentherapeutische Verfahren
- Alternativen für gegenüber Neuroleptika (Antipsychotika)
behandlungsresistent gewordene Menschen
- Selbsthilfemaßnahmen
- Psychotherapeutische Methoden
- Sozialpsychologische Maßnahmen und risikoarme Methoden
- Hausärztliche Methoden und Maßnahmen
- Wirkungsverstärkung mit Clozapin und anderen Neuroleptika
- Wirkungsverstärkung mit Antidepressiva, Stimmungsstabilisatoren
und anderen Substanzen
- Zusätzliche strombasierte Verfahren
- Transkranielle Wechselstromstimulation
- Repetitive transkranielle Magnetstimulation
- Magnetische Krampftherapie
- Tiefe Hirnstimulation
- Elektroschocks als Ultima ratio?
Elektroschock-Lobbyismus
- Elektroschocks als Jungbrunnen
- Sicherer Elektroschock
- Pro und contra Elektroschock
Auf dem Weg zum modernen Elektroschock
- Historische Vorgänger
- Der erste moderne Elektroschock gegen das Gehirn zwecks Auslösung
eines epileptischen Krampfanfalls
- Intensivierte Elektroschocks
- Elektroschocks zwecks Regression
- Erhaltungs-Elektroschocks
- Elektroschockapparate als Mordwaffen
- Elektroschocks zu nichtpsychiatrischen Zwecken
- Psychiatrische Schockbehandlungen als Wiedergänger in dunklen
Zeiten
Resümee
- Fazit
- Psychosoziale Patientenverfügung
Quellen
Über den Autor
Einleitung
Wer denkt, der Elektroschock gehöre in die graue Zeit der Psychiatrievergangenheit,
hat sich getäuscht. Psychiaterverbände in Deutschland, Südtirol
(Italien), Österreich und der Schweiz riefen 2012 dazu auf, flächendeckend
Elektroschockapparate anzuschaffen und konsequent, vorbeugend und kontinuierlich
Elektroschocks zu verabreichen. Laut einer Statistik im Stern im
März 2019 wurden 2016 in Deutschland 5700 Menschen Elektroschocks
verabreicht, siebenmal mehr als vor 40 Jahren. In der Schweiz verzehnfachte
sich die Elektroschockrate von 2007 bis 2010. Es gibt keinerlei Hinweis
darauf, dass sich die Situation in Österreich anders gestaltet.
Im deutschsprachigen Raum werden derzeit die Elektroschockapparate Thymatron®
und spECTrum eingesetzt. Produziert werden sie von den US-amerikanischen
Firmen Somatics LLC bzw. Mecta Corporation. Sie sind mit einem modernen
Design einschließlich LCD/Touchscreen ausgestattet und computergesteuert.
Die Wirkungsweise des Elektroschocks die Auslösung eines großen
epileptischen Anfalls ist allerdings unverändert.
Heutige Anwender des Elektroschocks bevorzugen durchweg moderne Begriffe
wie »Elektrokrampftherapie (EKT)«, »elektrische Durchflutungstherapie«,
»Elektrokonvulsionstherapie«, »Elektrostimulation«
oder »Schlaftherapie«. Hersteller und Vertriebsfirmen benutzen
in ihren Produktbeschreibungen und Gebrauchsanleitungen nach wie vor auch
den eingeführten und allgemein bekannten Begriff »Elektroschock«.
Mit der »Stimulation«, das heißt dem Elektroschock, lösen
Psychiater die beabsichtigten epileptischen Anfälle aus, vorwiegend
bei Menschen mit sogenannten behandlungsresistenten Depressionen und Psychosen,
bei Frauen und älteren Menschen. Mit den in Serien ausgelösten
Hirnkrämpfen sollen ernsthafte psychische Probleme gelindert oder
gelöst werden.
In ihren an Psychiater gerichteten Produktbeschreibungen sprechen Hersteller
von »verheerenden kognitiven Folgen«. Mit »kognitiv«
meint man Funktionen, die mit Wahrnehmung, Denken, Wissen und Lernen verbunden
sind. Aufmerksamkeit, Erinnerung, Kreativität, Planen, Orientierung,
Vorstellungskraft und Wille zählen ebenfalls zu den kognitiven Fähigkeiten.
Auf diese erheblichen Risiken weisen Psychiater vor der Verabreichung
von Elektroschocks nicht hin.
Über den Autor
Peter
Lehmann, Dr. phil. h.c., Dipl.-Pädagoge. Sozialwissenschaftler
und Autor, lebt in Berlin. 1987 Gründungs- und seither Vorstandsmitglied
von PSYCHEX (Schweiz). Bis 2010 langjähriges Vorstandsmitglied des
Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen (ENUSP). Patientenvertreter
im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Partner des International Institute
for Withdrawal of Psychiatric Drugs (Internationales Institut zum Absetzen
von Psychopharmaka).
2010 Verleihung der Ehrendoktorwürde in Anerkennung des »außerordentlichen
wissenschaftlichen und humanitären Beitrags für die Durchsetzung
der Rechte Psychiatriebetroffener« durch die Aristoteles-Universität
Thessaloniki. 2011 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.
Weitere Buchpublikationen: Humanistische
Antipsychiatrie. Texte aus 45 Jahren (2025; eBook 2026); Psychopharmaka
reduzieren und absetzen. Praxiskonzepte für Fachkräfte, Betroffene,
Angehörige (2024, hg. gemeinsam mit Craig Newnes; eBook 2024);
Neue Antidepressiva,
atypische Neuroleptika Risiken, Placebo-Effekte, Niedrigdosierung
und Alternativen. Mit einem Exkurs zur Wiederkehr des Elektroschocks
(2017, gemeinsam mit Volkmar Aderhold, Marc Rufer und Josef Zehentbauer,
eBook 2026);
Statt Psychiatrie 2
(2007, hg. gemeinsam mit Peter Stastny, eBook
2026); Psychopharmaka
absetzen Erfolgreiches Absetzen von Neuroleptika, Antidepressiva,
Phasenprophylaktika, Ritalin und Tranquilizern (1998; 5. Aufl. 2019,
eBook 2026);
Schöne neue Psychiatrie Band
1: Wie Chemie und Strom auf Geist und Psyche wirken,
Band 2: Wie Psychopharmaka den Körper verändern (1996; eBooks
2026); Der chemische
Knebel Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen (1986; 6.
Aufl. 2010; PDF eBook 2026) u.v.m.
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